Bachkrebs und Co.

Ein jeder kennt den Klöpferbach und hat ihn bestimmt schon unzählig oft überquert. Auf den ersten Blick sieht er nicht besonders spektakulär aus, eher ein wenig langweilig. An Tieren, so denkt man gewöhnlich, ist dort auch nicht viel geboten. Ein paar Enten vielleicht - mehr auf jeden Fall nicht. Das wollten nun die Kinder NAJU Aspach doch ein wenig genauer wissen. Also begaben sie sich am vergangenen Samstag mit Kescher und Sieben ausgestattet auf eine Gewässerexkursion am Klöpferbach.

Zunächst wurden die Siebe einfach ins Wasser gehalten, andere versuchten in Goldwäschermanier Lebewesen aus dem Schlamm zu waschen. Aber so richtig erfolgreich war keine Methode. Also ging man nun mit ein wenig Bedacht an die Sache heran und siehe da, dreht man die Steine um, kommt doch allerlei Getier zum Vorschein. Sämtliche "Funde" wurden sorgfältig in eine mit Wasser gefüllte Schale gegeben. Nun galt es natürlich auch zu wissen, was sich so alles in der Schale tummelte. Also zurück ans Ufer und ran das Bestimmungsbuch. Die Bachflohkrebse waren schnell bestimmt. Köcherliegenlarven und Eintagsfliegenlarven machten da schon größere Probleme. Alsbald waren doch alle Tierchen mit Namen bekannt und wurden zurück ins Wasser gelassen. Die kleine Expedition begab sich darauf hin weiter bachabwärts. Dort galt das Forscherinteresse dann nicht mehr den kleinen Wasserinsekten sondern vielmehr deren Jäger! So fanden wir Kaulquappen, Jungfische und sogar einen Stichling. Bei all diesem "Jagdeifer" konnte es durchaus passieren, dass so manche Untiefe übersehen wurde und sich schließlich alle Gummistiefel früher oder später mit Wasser füllten.

Nach zwei Stunden endete dann die abwechslungsreiche und artenreiche Expedition an einem Aspacher Gewässer, das zwar jeder kennt, jedoch leider nur ein wenig oberflächlich.

 

 

 

Alle Vögel waren dann doch nicht da! - Ein Rückblick auf das diesjährige birdrace

Alljährlich am ersten Maiwochende machen sich Deutschlandweit zahlreiche Gruppen auf, innerhalb von 24 Stunden möglichst viele Vögel zu beobachten. Das ganze nennt sich birdrace und bewirkt mit seinem Kultstatus zwischenzeitlich einen entsprechend Suchtfaktor. Obwohl der Rems-Murr-Kreis aufgrund fehlender größerer Gewässer ornithologisch gesehen ein Schattendasein fristet, ging auch dieses Jahr wieder ein Grüppchen ornithologisch Interessierter Aspacher an den Start.

Getreu dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ machte sich die 3er Gruppe bereits um 04:30 Uhr auf den Weg. Der erste Vogel war wider erwartend ein Kuckuck. Erst im Anschluss daran konnten noch vor Sonnenaufgang Waldkauz und Waldschnepfe vermerkt werden. Mit Sonnenaufgang nahm dann auch die Rufaktivität unserer Singvögel zu und dementsprechend füllte sich auch die Beobachtungsliste. Auch die Tannenmeise, die im letzten Jahr vergeblich gesucht wurde, konnte mit großer Erleichterung bereits in den frühen Morgenstunden erhascht werden. Eine besondere Freude machte den Frühaufstehern die Beobachtungen von Baumfalke, Baumpieper und Feldschwirl. Normalerweise bekommt man den Letztgenannten nie zu Gesicht, sondern vernimmt nur seinen einzigartigen Ruf. Wohl als kleines Dankeschön für deren Engagement zeigte sich der Feldschwirl den Beobachtern aus nächster Entfernung.

Nachdem mehrere Beobachtungspunkte im heimischen Wald angesteuert wurden und der Rundgang durch den Allmersbacher Weinberg mit Bluthänfling und Girlitz weitere Notierungen auf der Beobachtungsliste erbrachte, legten die drei um 08:40 Uhr erstmal eine Frühstückspause ein. Auf dem Weg zur Bäckerei wurde das Beobachten jedoch nicht vergessen und so fanden sich Mehl-, und Rauchschwalbe, Straßentaube und Gebirgsstelze auf der Beobachtungsliste wieder.

Mit Butterbrezel und Kaffee gestärkt ging es dann durch die Rietenauer Streuobstwiesen. Hier musste man dann wirklich darauf achtgeben, dass man sich nicht zu sehr an den farbenprächtigen Wiesenblumen ergötzte und darüber das Beobachten vernachlässigt. Mit Wendehals, Trauer- und Halsbandschnäpper, Gartenbaumläufer, Mittelspecht sowie Gartenrotschwanz sorgten diese Streuobstwiesen mit ihrem Artenreichtum für weitere besondere Arten. An dieser Stelle möchten wir allen Stücklesbesitzern für deren Beitrag hierzu ganz herzlich danken.

Nach weiteren Beobachtungspunkten auf dem Gemeindegebiet machte sich die Gruppe dann gegen 13:30 Uhr mit stolzen 69 Arten gen Remstal auf. Zwar gelang dort noch die hervorzuhebende Beobachtung einer Beutelmeise aber ansonsten blieb diese Exkursion weit hinter den gesteckten Erwartungen zurück. Mit gerade 78 Arten kam man gegen 17:00 Uhr wieder zurück an die Murr. Dort machte der niedrige Wasserstand auch keine Hoffnung auf die Beobachtung einer Wasseramsel. Dementsprechend geknickt und mittlerweile auch etwas Müde wartete man am Murrufer auf den einen oder anderen Vogel. Plötzlich zog ein Schatten vorüber. Die Häupter fuhren herum und aus dem Augenwinkel konnte gerade noch ein Gänsesäger erhascht werden. Mit einem Mal war die Motivation wieder da. Kurz darauf gelang es dann doch noch eine Wasseramsel aufzuspüren. 80 Arten und das kurz vor 18:00 Uhr. Nun kam das letztjährige Ergebnis von 86 wieder in erreichbare Nähe.

Mit Wacholderdrossel und Rohrammer gesellten sich dann Nummer 81 und 82 hinzu. Vergeblich blieb jedoch die weitere Suche nach Schwanzmeise und Dompfaff. Und so entschloss man sich dem Hochwald den Rücken zu kehren und es nochmals in den Streuobstwiesen zu probieren. Der Tipp eines erfahrenen NABU-Aktiven vom Vortag verhalf dann zu einer ganz besonderen Beobachtung. Wie von Herrn Gassmann beschrieben, wartete der Steinkauz an der genannten Stelle nur so darauf, ebenfalls auf der Beobachtungsliste vermerkt zu werden.

Mit 83 Arten im Gepäck ging die Fahrt nun wieder zurück in die andere Kreishälfte. In den Abendstunden, so wurde gehofft, könne man in der Nähe von Fellbach noch das ein oder andere Rebhuhn vernehmen. Kurz vor der Ankunft im Beobachtungsgebiet flog dann noch eine Waldorheule als 84. Art über das Auto hinweg. Der Rundgang über die Äcker und Gärten erbrachte dann den ersehnten Ruf des Rebhuhns. Mit ein wenig Mühe gelang es dann sogar noch zwei Rebhühner auf einem Acker ausfindig zu machen. Das muss man sich einmal vor Augen halten: War Früher der Ruf des Rebhuhns beinahe überall zu vernehmen, so muss man heutzutage mehrere Kilometer Anfahrt in Kauf nehmen, um diesen vor den Toren der Landeshauptstadt zu vernehmen. Dies sei nur als Beispiel für unsere veränderte Landschaft erwähnt.

Mit dem Rebhuhn als 85. Art hätte man eigentlich die Beobachtungsliste nun doch mit etwas Stolz schließen können. Doch von Wollen war nicht die Rede. Auf der Rückfahrt diskutierte man trotz der Müdigkeit eifrig noch mögliche Beobachtungen. Eine Schleiereule wäre nicht schlecht. Doch wo? Am ehesten wohl an einem von der Arbeitsgemeinschaft Artenschutz betreuten Brutkasten. Man einigte sich schließlich auf einen Ort, an dem eine Schleiereulenbrut für möglich gehalten wurde. Kaum angekommen, schob sich ein heller Vogel mit lautlosem Flügelschlag aus dem Turm und flog vorüber. Bingo! Mit der Schleiereule konnte nun doch das letztjährige Ergebnis erreicht werden.

Nach knapp 19 Stunden trat man nun erfolgreich der Gang zur verdienten Bettruhe an. Mit Engagement und Einsatz und Dank dem Artenreichtum der Aspacher Wälder und Streuobstwiese konnte somit erneut im Rems-Murr-Kreis, ein Achtungserfolg erzielt werden.

 

 

 

Wir bauen ein Wildbienenhotel

Die zahlreichen unterschiedlichen Arten von Wildbienen spielen neben den Hummeln und der Honigbiene eine wichtige Rolle beim Bestäuben unserer Obstbäume. Aufgrund ihrer eher unauffälligen Lebensweise sind sie jedoch weniger bekannt und werden daher auch eher kaum beachtet. So ist es nicht verwunderlich, dass der Verlust an geeigneten Habitaten und somit der Rückgang einzelner Wildbienenarten kaum auffällt.

Letzten Samstag widmeten sich die Kinder der Naturschutzjugend Aspach einen ganzen Nachmittag den heimischen Wildbienen. Nach einer kurzen Einführung zur Lebensweise und dem großen Nutzen der Wildbienen, machten sich die Kinder dann begeistert ans Werk. Es wurde der Hammer geschwungen, die Bohrmaschine machte Überstunden und Staudenstengel wurden passend zugeschnitten. Nach knapp zwei Stunden war ein jeder stolz auf sein „Wildbienenhotel“, welches nun im heimischen Garten auf die ersten Belegungen wartet. 

 

 

„Ausbildung“ zum Naturdetektiv wurde begeistert angenommen

Die Naturschutzjugend Aspach bot in diesem Frühjahr eine Ausbildung zum Naturdetektiv an. In diesem Rahmen dieser Aktion wurden an drei Themennachmittage Wissenswertes zum Lebensraum Wald, Amphibien und Ameisen vermittelt. Bei den teilnehmenden Kindern kamen diese Aktionen sehr gut an. Abseits des Weges lernte man das Bestimmen von Bäume anhand der Rindenstruktur kennen und begab sich mit Hilfe von Handspiegeln   auf eine abenteuerliche Reise durch den heimischen Forst. Hierbei erlebten die Kinder den Wald aus ganz anderen Blickwinkeln kennen.

Der zweite Nachmittag widmete sich den heimischen Amphibien. Zunächst galt es im Fautenhau Laichgewässer aufzuspüren und dort nach dem frisch abgelegten Laich Ausschau zu halten. Kaum gefunden, erhielten die Kinder eine kurze Einführung in die Welt der Amphibien. Besonders einprägsam war sicherlich das Befühlen von Grasfroschlaich. Weiter ging es dann zu den Röhrachteichen. Hier galt es Springfroschlaich und Erdkrötenlaichschnüre zu entdecken. Auch diese Aufgabe fiel den angehenden Naturdetektiven nicht schwer. Selbst ein Bergmolch konnte aufgespürt und dann von allen in der Hand bestaunt werden.

Nach einer einwöchigen Pause stand dann der letzte Programmpunkt zum Thema Ameisen auf dem Programm. Nun erhielten die wackeren Teilnehmer wie es sich für einen richtigen Detektiv gehört ihre Becherlupe. Mit dieser machten sie sich dann im Fautenhau auf die Suche nach allerlei Getier. Verschiedene Bodenlebewesen wurden auf diese Art und Weise aufgespürt, in der Becherlupe genau betrachtet und teilweise auch bestimmt. Irgendwann konnte auch ein Ameisenhaufen gefunden werden. Interessiert wurde beobachtet was die einzelnen Ameisen alles auf „ihren“ Straßen so transportierten. Hierbei lernten die Kinder, dass sich Ameisen anhand von Düften und Duftmarkierungen orientieren. Dieses Wissen wurde anschließend in einem gemeinsamen Abschlussspiel verfestigt.

Zum Abschluss dieser Ausbildung erhielten alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die an allen drei Terminen teilgenommen haben, eine Urkunde. 

 

 

2010 – Der Versuch einer Bilanz

Wie in den letzten Jahren so waren auch die Tätigkeiten der Jugendgruppe zahlreich und vielfältig. Neben dem Begeistern der Kinder und Jugendliche für die heimische Natur und deren Erhalt stehen nun auch immer mehr Aktivitäten auf unserem Programm, die sich in Sachen Biotoppflege kaum noch von dem der NABU-Gruppe unterscheiden. Stolz können wir also sagen, dass es uns gelungen ist, die einst im Jahr 2000 zur Jugendgruppe gestoßenen Kinder über knapp 10 Jahre an den Verein zu binden. In dieser Zeit haben wir es geschafft, ihr Interesse für den Naturschutz zu wecken und so zu festigen, dass diese jungen Erwachsenen mittlerweile zu einer festen Stütze im Bereich der Vereinsarbeit geworden sind. So haben wir beispielsweise das erforderliche Freischneiden und Auslichten der Laichgewässern im Heiligental im Februar für die späteren Ausbaggerarbeiten in Eigenregime geplant und ausgeführt. Im Zuge einer Ausgleichsmaßnahme sollen nämlich unsere beiden Laichgewässer, die in den letzten Jahren leider weitest gehend verlandeten, wieder reaktiviert werden.

Zufrieden könnten wir uns nun auf die Schulter klopfen und behaupten, das Ziel unserer Jugendarbeit wäre hiermit erreicht. Dem ist jedoch nicht so. Verfolgen wir doch als Jugendorganisation mit der Kinder- und Jugendbildung noch eine weitere wichtige Aufgabe, nämlich Kindern und Jugendlichen Wissen über unsere Natur zu vermitteln. Dies kommt in der heutigen Zeit im Elternhaus und vor allem in der Schule zunehmend zu kurz. Und so können wir uns nicht mit dem nun erreichten ausruhen, sondern müssen immer wieder neu beginnen.

Verständlicherweise führt dies dann zu Interessensverlagerungen zwischen unseren „Älteren“ und den „Frischlingen“, welche in der Programmgestaltung zu berücksichtigen sind. Folglich musste im Jahr 2010 erstmals ein Schnitt in der Jugendarbeit vorgenommen werden. Die Jugendgruppe wurde mehr oder weniger geteilt. Während sich die „Älteren“ ihre Themen eher in Abendtreffen bespricht und Arbeitseinsätze vornimmt, stehen die „Kleinen“ bei den „Themennachmittagen“ im Mittelpunkt. Auf diese Weise konnten wir die einzelnen Programmpunkte altersgerecht auswählen und planen. Denn eine Gewässeruntersuchung mit Küchensieb und Becherlupe oder auch ein Landart-Nachmittag, bei dem Lichtfenster gefertigt werden, vermag Kinder zu begeistern, weckt aber bei einem knapp 20-jährigen so gut wie kein Interesse.

Natürlich wurden auch weiterhin Aktionen, wie die allherbstlichen Nistkastenkontrollen, Betreuung der Amphibienwanderung und natürlich das Fettfuttereinkochen gemeinsam von „jung“ und „alt“ erfolgreich durchgeführt.

Treu unserer Tradition stand natürlich in all unseren Aktivitäten die Vogelkunde mehr oder weniger im Mittelpunkt. So lernten die Kinder an einem Themennachmittag die heimische Spechtwelt kennen und bestimmen. Nach einer spielerischen Einführung machte man sich dann mit Fernglas und CD-Player auf die Suche nach dem Mittelspecht, welcher noch in größerer Zahl im Fautenhau vorkommt. Mit ein wenig Geduld und Geschick gelang es dann den Teilnehmern einen Mittelspecht anzulocken und ausgiebig zu beobachten. Ferner wurden auch wieder eifrig Nistkästen gezimmert, die dann rechtzeitig im Frühjahr in Rietenau aufgehängt wurden. Die im Herbst vorgenommene Kontrolle zeigte bereits, dass unsere Kästen zahlreichen Gästen dienten.

Während die Kinder sich dieses Jahr im Rahmen der bundesweiten Aktion Geo-Tag der Artenvielfalt den Klöpferbach mit Becherlupe und Küchensieb vornahmen, waren die „Älteren“ wieder erfolgreich bei dem diesjährigen Birdrace aktiv. Erstmals gelang es uns einen Platz unter den TOP 100 zu ergattern. Mit 86 Vogelarten, darunter solche Highlights wie Turteltaube, Schwarzkehlchen, Kolkrabe und Fichtenkreuzschnabel, belegten wir immerhin Platz 99 in der Gesamtwertung und Platz 79 in der Singvogelwertung.

Der Höhepunkt im vergangenen Jahr stellte sicherlich die vogelkundliche Ausfahrt nach Südfrankreich dar. Näheres hierzu kann man aus der entsprechenden ausführlich Mitteilung im Jahresbericht entnehmen.

Neben all diesen Aktivitäten haben wir auch außerhalb unserer Vereinsarbeit auf unsere Belange aufmerksam gemacht und für unsere Arbeit geworben. So haben wir beispielsweise Schülern der Grundschule Aspach den Lebensraum Wald abseits der üblichen Wege näher gebracht und hierbei sicherlich für ein bleibendes Naturerlebnis gesorgt. Nachdem das Aspacher Ferienprogramm in diesem Jahr auch zum 25. Male durchgeführt wurde haben wir uns auch nicht lumpen lassen und haben anlässlich dieses Jubiläums drei Veranstaltungen, nämlich eine Fledermausführung und zwei Nistkastenkontrollen angeboten.

Für das kommende Jahr werden wir in Sachen Jugendarbeit neue Wege gehen und erstmals ein in sich abgeschlossenes Projekt im Kontext „Lebensraum Streuobstwiese“ anbieten.

Bevor wir nun aber mit vollem Elan in dieses Projekt starten, möchte ich mich zunächst an dieser Stelle bei all denjenigen Bedanken, die die erfolgreiche Jugendarbeit im Jahr 2010 kräftig unterstützt und somit erst ermöglicht haben, nämlich bei Adrian Flamm, Andreas Klemisch, Tobias Guhr und Willy Ellinger.

 

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